Expertenstandards

Expertenstandard Entlassungsmanagement in der Pflege

Der Expertenstandard Entlassungsmanagement wurde zuletzt im Jahr 2019 vom DNQP aktualisiert und veröffentlicht. Er befasst sich mit dem Übergang von Patient:innen aus der stationären Akutpflege wie z. B. Krankenhäusern in die ggf. weiteren Versorgungssettings.

Hierbei gilt es nicht nur die optimale Versorgung der betroffenen Personen zu gewährleisten, sondern auch die Kosten durch verlängerte und häufigere Aufenthalte zu reduzieren. Besonders im Kontext der 2004 eingeführten DRGs, welche die Verweildauer verkürzen sollen, spielt das Entlassungsmanagement somit eine wichtige Rolle.  

Der Expertenstandard befasst sich mit einem Kernthema der Pflege, welches vorrangig in der Kurzzeit- oder Akutpflege von großer Bedeutung ist. Pflegefachpersonen sind hierbei nicht nur zur Koordination und Anwendung des Expertenstandards nötig, sondern auch als Informationsquelle und Beratungsstelle für Angehörige und Betroffene.

Die Lern-App SuperNurse deckt folgende weitere Themenschwerpunkte ab:

Einführung

Dieses Kapitel vermittelt einen Überblick über die Grundlagen des Entlassungsmanagements. Besonders im Bereich der Akutpflege gehört dieser Expertenstandard zum Alltag. Es werden Beispiele zur Einschätzung des Unterstützungsbedarfes und entsprechender Entlassungsplanung gegeben. Darüber hinaus werden hier Informationen zur Weiterbildung des Personals und Koordination und Evaluation des Entlassungsprozesses präsentiert.

Einschätzung des Unterstützungsbedarfs

Pflegende sind bei der systematischen Einschätzung der Pflegebedarfe von besonderer Bedeutung, da sie die nötige Nähe und Expertise zu den pflegebedürftigen Personen und ihren Angehörigen haben. In diesem Kapitel geht es zunächst um mögliche Folgen von unzureichendem Entlassungsmanagement.  Danach werden die Kriterien und Instrumente vorgestellt, die der Expertenstandard Pflegefachpersonen empfiehlt, um negativen Folgen entgegenzuwirken und eine fachliche Einschätzung der Unterstützungsbedarfe vorzunehmen.  

Individuelle Entlassungsplanung

Bei der Erstellung des Entlassungsplans werden Patient:innen, Angehörige und beteiligte Berufsgruppen miteingebunden. Das vermeidet Unklarheiten und daraus möglicherweise resultierende Ablehnung. Ziel des Kapitels ist es, aufzuzeigen, welche Aufgaben auf die Pflegefachpersonen und andere beteiligte Personen zukommen und schlussendlich einen Plan mit koordinierten Maßnahmen zur möglichst frühzeitigen Entlassung zu erstellen. Dabei ist zu beachten, dass Patient:innen über die weitere Versorgung mitbestimmen können sollen.

Information, Beratung, Schulung

Oberbegriff dieses Kapitels ist die Edukation, welche die Vermittlung von Wissen und Information an betroffene Personen innerhalb beschreibt. Diese kann Patient:innen und den Angehörigen helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen oder auch Alternativen zu berücksichtigen. Die Vermittlung von Informationen soll Betroffene ebenfalls dabei unterstützten, die aktuelle Situation zu prüfen und Rückfragen zu stellen. Die Qualität des Entlassungsprozesses hängt demnach stark mit den Angeboten dieses Kapitels zusammen.

Koordination und Durchführung des Entlassungsprozesses

Dieses Kapitel zeigt auf, welche Herausforderungen auf Pflegefachpersonen innerhalb der Koordination der Entlassung zukommen. Maßgebliche Faktoren innerhalb der Durchführung sind hierbei die Wirtschaftlichkeit, die damit einhergehende kürzere Verweildauer, aber zeitgleich eine Zunahme von Patient:innen mit chronischen Versorgungsverläufen. Das Kapitel zeigt hierbei, wie Übergänge möglichst reibungslos gestaltet und Unsicherheiten bei den betroffenen Personen minimiert werden können.  

Überprüfung des Entlassungsplans

Um unvorhergesehenen oder kurzfristigen Veränderungen bestmöglich entgegenzuwirken, ist es von Bedeutung, den Entlassungsplan regelmäßig im Verlauf der Planung zu überprüfen. Die möglichen Methoden werden in diesem Kapitel vorgestellt. Dazu gehört beispielsweise eine systematische Beurteilung der Entlassungsbereitschaft und -fähigkeit.

Evaluation nach Entlassung

Das abschließende Kapitel befasst sich mit den finalen Schritten der Entlassung und der Bewertung des Prozesses. Hauptziel ist sicherzustellen, das die Versorgung bedarfsgerecht geplant wurde und auch so erfolgt.  Zusätzlich kann mit einer Evaluation eingeschätzt werden, ob ggf. Defizite in der eigenen Einrichtung bestehen bzw. vorherige Defizite behoben werden konnten.  

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