Expertenstandards

Expertenstandard Ernährungsmanagement

Eine ausreichende Ernährung stellt ein Grundbedürfnis jedes Menschen dar. Unter den Umständen der Pflegebedürftigkeit ist es pflegebedürftigen Menschen häufig nicht möglich, dieses eigenständig zu erfüllen. Auch Krankheiten und Therapien können die ausreichende, ausgewogene Ernährung beeinflussen und verhindern. Diese Faktoren können eine Mangelernährung begünstigen. Unter einer Mangelernährung versteht man die nicht ausreichende Energie- und Nährstoffzufuhr im Verhältnis zu dem eigentlichen individuellen Tagesbedarf der jeweiligen Person. Diese negative Bilanz zwischen Aufnahme und Bedarf kann auf längere Sicht zu gesundheitlichen Einschränkungen und einem schlechten Ernährungszustand führen und auf einen langen und aufwendigen pflegerischen Versorgungsprozess hinauslaufen.

Der Expertenstandard bietet evidenzbasierte pflegerische Handlungsmöglichkeiten, welche die Erhaltung und Förderung der oralen Ernährung von Pflegeempfangenden unterstützen sollen. Hierzu zählt nicht nur die Unterstützung und Gestaltung der Mahlzeiten, sondern auch die Beobachtung und das Hinzuziehen anderer Berufsgruppen bei einem länger anhaltenden Defizit. Diese Maßnahmen sollen patientenzentriert und individuell an die jeweilige Person angepasst werden und die Lebensqualität steigern. Die Zielgruppe des Standards sind Erwachsene, welche Unterstützung bei der Nahrungszufuhr benötigen. Angewendet werden sollten die Erkenntnisse von professionell Pflegenden, welche in stationären Einrichtungen Arbeiten oder der ambulanten Pflege. Fort- und Weiterbildungen zu dieser Thematik sind wünschenswert, ebenso wie eine umfangreiche interprofessionelle Zusammenarbeit.

Die SuperNurse-App deckt folgende Themenschwerpunkte in dem Fachthema „Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege“ ab:

Einführung

Dieses Kapitel zeigt die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten in Bezug auf das Ernährungsmanagement. Zentral ist hierbei das Körpergewicht, dass als Kennzahl in den Body-Mass-Index (BMI) umgerechnet wird. Der BMI gibt hierbei Auskunft über den Ernährungszustand einer zu pflegenden Person.  Laut BMI – Messungen sind in Deutschland ca. 3,4 % aller Frauen und 0,7 % aller Männer von einer Mangelernährung betroffen. Zusätzlich werden die wichtigsten Fachbegriffe definiert und in Zusammenhang gestellt und die Zielgruppen in den entsprechenden Anwendungsbereichen des Ernährungsmanagements aufgezeigt.  

Screening, Assessment

Für die Erkennung und Einschätzung von Mangelernährung sind Screenings und Assessments nötig. Dieses Kapitel erklärt die verschiedenen Screeningmethoden und daraus hervorgehende Assessmentverfahren zur Einschätzung des Ernährungsstatus. Kriterien, die hierbei von Pflegefachpersonen eingeschätzt werden können, sind beispielsweise die Ess- und Trinkmenge eines pflegebedürftigen Menschen. Dazu wird auch die Bedeutung interprofessioneller Zusammenarbeit im Ernährungsmanagement verdeutlicht, da diese häufig zur Behandlung von Auslösern wie Schluckstörungen beiträgt.

Planung, Koordination, Interprofessionalität

Dieses Kapitel vermittelt einen Überblick über das Wissen, über das alle beteiligten Professionen, insbesondere aber Pflegefachpersonen im Ernährungsmanagement verfügen sollten. Es werden Hinweise zur Planung und Koordination entsprechender Maßnahmen zum Umgang mit z. B. Mangelernährung und ein Überblick über die richtige Dokumentation gegeben. Hier spielt die interprofessionelle Zusammenarbeit eine wichtige Rolle, um die Aufgaben und Maßnahmen der verschiedenen Berufe wie z. B. Ernährungsberatung und Pflegefachpersonen zu verbinden und eine reibungslose Versorgung zu koordinieren.

Maßnahmenplanung, Hilfsmitteleinsatz

In diesem Kapitel werden, aufbauend auf dem vorherigen, die Maßnahmen und Hilfsmittel, sowie deren Planung, vertieft dargestellt. Ziel ist es einen individuellen Maßnahmenplan zu erstellen, welcher die Bedürfnisse des Pflegebedürftigen aber auch die vorhandenen Ressourcen berücksichtigt. Es wird gezeigt, wie das Ziel bestmöglich erreicht und sowohl Pflegende als auch Pflegebedürftige an dem Prozess beteiligt werden können. Hierfür können zum Beispiel Essensvorlieben der pflegebedürftigen Person berücksichtigt werden. Pflegefachpersonen können zudem, je nach Einschränkung, bei der Aufnahme der entsprechenden Mahlzeit unterstützen. In welchem Rahmen eine solche Unterstützung stattfindet ist je nach zu pflegender Person individuell.

Spezifische Maßnahmen

Dieser Abschnitt vertieft die vorherigen Kapitel. Er stellt gezielte Maßnahmen vor, um Mangelernährungen vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken.  Diese sollten anhand der Bedürfnisse einer pflegebedürftigen Person individuell ausgewählt werden. Die Maßnahmen reichen beispielsweise von der mundgerechten Zubereitung über die Gabe von Nahrungssupplementen bis hin zu Prophylaxemaßnahmen. Dabei wird sowohl auf mögliche Ursachen als auch auf die benötigte Ausstattung einer Einrichtung eingegangen.

Information, Beratung, Anleitung, Schulung

Um die notwendigen Kompetenzen zu erreichen und auf dem aktuellen Stand zu halten, ist es notwendig, das Personal regelmäßig zu schulen und weiterzubilden. In diesem Kapitel werden Maßnahmen vorgestellt, um definierte Schulungsziele zu erreichen und die bestmögliche Versorgung sichern zu können. Schulungen und Anleitungen sind hierbei nicht nur für pflegende Personen, sondern auch für zu pflegende Personen von großer Bedeutung, um diese in ihrer Selbstständigkeit und eigenen Ressourcen zu fördern. Die Pflegefachperson kann hierbei als Beispiel Handlungen zur optimalen Nahrungsaufnahme aufzeigen und verdeutlichen, um die Selbstständigkeit der zu pflegenden Person langfristig zu fördern.  

Evaluation

Im letzten Schritt sollten die durchgeführten Handlungen evaluiert werden. Hier werden Kriterien dargestellt, anhand derer eine Auswertung erfolgen sollte und wie mit ggf. auftretenden Abweichungen umgegangen wurde.  Eine solche Auswertung sollte durch alle teilnehmenden Professionen erfolgen und wie andere Maßnahmen immer individuell an der zu pflegenden Person ausgerichtet sein.  

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