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Pflegefachthemen

Schlaganfall

Der Schlaganfall zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen überhaupt. Allein in Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – bei etwa 70.000 davon handelt es sich um ein erneutes Ereignis. Das bedeutet: Alle zwei Minuten trifft es eine Person.

Um die Erstversorgung zu verbessern, kommt dem BEFAST-Schema eine entscheidende Rolle zu. Es ermöglicht, neurologische Ausfälle bei betroffenen Personen rasch zu erkennen und unverzüglich den Notruf zu alarmieren. Denn beim Schlaganfall gilt: „Time is Brain" – je schneller die Behandlung einsetzt, desto größer die Chance, Langzeitschäden und bleibende Einschränkungen zu verhindern. Rund 10 % aller Betroffenen erholen sich vollständig.

Einführung

Schlaganfälle gehören nicht nur zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen, sondern auch zu den führenden Todesursachen weltweit. Mit einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft steigt die Zahl der Betroffenen kontinuierlich an. Zwar hat verbessertes medizinisches Wissen die Überlebenschancen erhöht – doch die absoluten Todeszahlen wachsen mit der steigenden Fallzahl dennoch. Für die bestmögliche Versorgung sind eine schnelle Alarmierung des Rettungsdienstes und die anschließende Behandlung auf einer spezialisierten Stroke Unit entscheidend.

Anatomie

Ein grundlegendes Verständnis der betroffenen anatomischen Strukturen ist essenziell, um Schlaganfälle und ihre Folgen nachvollziehen zu können. Das Nervensystem als Ganzes steuert Bewegungen und Organfunktionen – von der Reizwahrnehmung bis zur Anpassung der Herzfrequenz unter Belastung. Besonders relevant im Kontext des Schlaganfalls sind Bereiche wie Sprache, Gedächtnis und Sensibilität. Dieses Kapitel gibt einen strukturierten Überblick über die wesentlichen Teile des Nervensystems und ihre jeweiligen Aufgaben.

Krankheitsbild Schlaganfall

Ein Schlaganfall äußert sich durch plötzlich einsetzende neurologische Ausfälle – etwa in Form von Lähmungen. Auslöser ist eine Unterbrechung oder Verminderung der Blutversorgung bestimmter Gehirnareale. Je nach Ursache werden verschiedene Formen des Schlaganfalls unterschieden. Risikofaktoren lassen sich dabei in beeinflussbare und nicht beeinflussbare unterteilen: Während genetische Veranlagungen nicht verändert werden können, lassen sich Faktoren wie der Konsum von Alkohol, Zigaretten oder Drogen gezielt angehen.

Für eine gezielte Therapie ist eine strukturierte Diagnostik unerlässlich. Sie klärt, welche Gehirnareale betroffen sind, welche Form des Schlaganfalls vorliegt und welche Ursachen zugrunde liegen – und bildet damit die Grundlage für eine fundierte Prognose zu Therapieerfolg und möglichen Langzeitfolgen.

Pflege nach einem Schlaganfall

Ein Schlaganfall hinterlässt häufig bleibende Spuren. Dieses Kapitel beleuchtet mögliche Einschränkungen, den pflegerischen Umgang damit sowie die Rolle von Stroke Units als spezialisierte Behandlungszentren. Zu den häufigsten Folgen zählen Lähmungen – entweder vollständig (Plegien) oder teilweise (Paresen) – sowie Sprachstörungen und Krampfanfälle.

Stroke Units sind hochspezialisierte Stationen, die sich ausschließlich der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten widmen. Ihre Wirkung ist beeindruckend: Auf Stroke Units sinkt die Rate derjenigen, die sterben oder dauerhaft pflegebedürftig werden, um rund 50 %.

Früherkennung und Prävention

Die Symptome eines Schlaganfalls können je nach betroffenem Hirnareal oder Gefäß sehr unterschiedlich ausfallen. Typische Zeichen sind Sprachstörungen, Lähmungen im Gesicht oder Arm sowie Bewusstseinsstörungen. Charakteristisch ist das plötzliche Auftreten und die rasche Zunahme der Beschwerden. Als bewährtes Instrument zur schnellen Einschätzung dient das BEFAST-Schema, das eine strukturierte Überprüfung zentraler Symptome ermöglicht. Dieses Kapitel stellt die wichtigsten Leitsymptome und das BEFAST-Schema vor und zeigt darüber hinaus gezielte Möglichkeiten zur Prävention auf.

Komplikationen nach einem Schlaganfall

Die möglichen Komplikationen nach einem Schlaganfall sind vielfältig und können das Leben der Betroffenen langfristig erheblich beeinflussen. Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick und unterteilt sie in neurologische, psychische und physische Komplikationen – denn ein Schlaganfall wirkt sich selten nur auf eine Dimension des Wohlbefindens aus.

Zu den neurologischen Komplikationen zählen unter anderem Lähmungen und Epilepsie, die aufgrund ihrer Häufigkeit und Schwere gesondert betrachtet werden. Physische Folgen wie Schluckstörungen, Inkontinenz oder ein erhöhtes Sturzrisiko stellen Pflegende täglich vor praktische Herausforderungen. Nicht minder bedeutsam sind die psychischen Komplikationen: Depressionen, Angststörungen und kognitive Einschränkungen treten nach einem Schlaganfall besonders häufig auf und bleiben dabei oft lange unerkannt. Ein umfassendes Verständnis all dieser Komplikationen ist die Voraussetzung dafür, Betroffene ganzheitlich und kompetent zu versorgen.

Pflege bei schlaganfallbedingten Einschränkungen

Auch in diesem Kapitel wird die Pflege der betroffenen Personen wieder nach physischen, psychischen und neurologischen Defiziten unterteilt – um eine strukturierte und praxisnahe Orientierung für den Pflegealltag zu schaffen. Diese Einteilung hilft dabei, individuelle Versorgungskonzepte gezielt auf die jeweiligen Bedürfnisse der Betroffenen abzustimmen.

Zusätzlich werden mit Konzepten wie der Basalen Stimulation und der Kinästhetik zwei bewährte Pflegekonzepte vorgestellt, welche die Wahrnehmung und die Behandlung fördern. Die Basale Stimulation setzt gezielt an der Körperwahrnehmung an und unterstützt Betroffene dabei, trotz neurologischer Einschränkungen wieder Zugang zu ihrer Umgebung und sich selbst zu finden. Die Kinästhetik wiederum erleichtert natürliche Bewegungsabläufe und trägt dazu bei, Mobilisation schonend und ressourcenorientiert zu gestalten. Beide Konzepte können sowohl pflegebedürftige Personen als auch Pflegepersonen im Alltag wirksam unterstützen – die Betroffenen profitieren von mehr Eigenständigkeit und Lebensqualität, während Pflegende durch erleichterte Abläufe entlastet werden.

Über den/die Autor/en

Pflegewissenschaftliche Redaktion SuperNurse
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