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Gewaltprävention in der Pflege: Schutz für Pflegebedürftige und Pflegende

Pflege braucht Schutzräume. Für Pflegebedürftige und für Pflegende. Wir haben das Fachthema „Gewaltprävention in der Pflege“ grundlegend überarbeitet – mit neuen Inhalten zu sexualisierter Gewalt, freiheitsentziehenden Maßnahmen und praxisnahen Fachfragen.

Was bedeutet Gewaltprävention in der Pflege?

Gewalt ist mehr als offensichtliche Übergriffe. Laut WHO umfasst Gewalt jede Form physischer oder psychischer Kraftanwendung, die zu Schaden, Verletzung oder Entwürdigung führen kann – auch dann, wenn sie nicht beabsichtigt ist. In der Pflege entstehen Gewaltsituationen häufig aus Überforderung, Hilflosigkeit oder psychischen Ausnahmesituationen. Umso wichtiger ist es, Pflegekräfte für die verschiedenen Formen von Gewalt zu sensibilisieren – und gemeinsam Lösungen zu finden.

Warum Gewalt in der Pflege kein Einzelfall ist

Sie kann in verschiedenen Konstellationen auftreten: zwischen Pflegenden und Pflegebedürftigen, innerhalb von Pflegeteams oder auch unter pflegebedürftigen Personen. Neben emotionalem Stress, demenziellen Erkrankungen oder sozialer Isolation tragen oft strukturelle Überforderung, Zeitdruck und mangelnde Entlastung zur Eskalation bei. Auch unbeabsichtigte Vernachlässigung stellt eine Form von Gewalt dar. Laut WHO gehören psychische Erkrankungen, Alkoholmissbrauch oder emotionale Abhängigkeit zu den zentralen Risikofaktoren.

Freiheitsentziehende Maßnahmen

Freiheitsentziehende Maßnahmen (FEM) wie Bettgitter oder Fixierungen greifen tief in die Grundrechte von Menschen ein. Häufig stehen freiheitsentziehende Maßnahmen in einem ethischen Spannungsfeld. Studien zeigen: FEM verhindern Stürze nicht unbedingt – und können negative Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit haben. Stattdessen braucht es alternative Interventionen wie biografieorientierte Angebote, Musiktherapie, Tierkontakte oder eine sichere Umgebungsgestaltung.

Sexualisierte Gewalt in der Pflege erkennen und benennen

Sexualität im Alter ist ein Tabuthema – umso schwerer wiegt die Tatsache, dass sexualisierte Gewalt in Pflegeeinrichtungen kaum thematisiert wird. Dabei kann sie verbal, nonverbal oder körperlich erfolgen – und auch ohne sexuelle Motivation zur Belastung werden. Grenzverletzungen reichen von unangemessenen Kommentaren bis zu Übergriffen. Für Pflegepersonen entsteht oft ein Spannungsfeld zwischen Fürsorgepflicht und persönlichen Grenzen. Umso wichtiger ist ein klarer Umgang mit Vorfällen und die Förderung einer offenen Kommunikationskultur.

Gewaltprävention zum Schutz von Pflegebedürftigen

Gewalt kann viele Gesichter haben: grobe Pflege, psychische Herabwürdigung, Missachtung der Intimsphäre oder finanzielle Ausnutzung. Eine gewaltfreie Pflege beginnt mit Sensibilität und Aufmerksamkeit – und erfordert Zeit, Ausbildung und eine respektvolle Haltung. Besonders in belastenden Situationen braucht es klare Konzepte und kompetente Unterstützung.

Pflegekräfte schützen – Gewaltprävention für Mitarbeitende

Auch Pflegekräfte erleben Gewalt – verbal, sexuell oder körperlich. Deshalb braucht es Gewaltschutzkonzepte in Einrichtungen, niederschwellige Anlaufstellen und klare Handlungsmöglichkeiten. Besonders junge Mitarbeitende brauchen Vorbereitung und Unterstützung. Nur wenn Pflegeteams offen über Vorfälle sprechen und gemeinsam Maßnahmen abstimmen, entsteht eine echte Präventionskultur.

Die Pflege-Charta: Rechte schützen, Würde stärken

Die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen ist ein zentrales Instrument zur Orientierung für Pflegekräfte und Pflegeeinrichtungen. Sie formuliert in acht Artikeln die grundlegenden Rechte auf Selbstbestimmung, Privatheit und Schutz – und schafft damit ein wichtiges Fundament für die Gewaltprävention in der Pflegepraxis.

Das überarbeitete Fachthema in der Lern-App SuperNurse

SuperNurse hat das Fachthema „Gewaltprävention in der Pflege“ vollständig überarbeitet. Neu enthalten sind:

📚 Drei zusätzliche Kapitel, u. a. zu sexualisierter Gewalt und FEM

📱 300 Lernkarten mit Impulsen für den Pflegealltag

🧠 Neue Fachfragen mit Praxisbezug

📹 Videos mit Prof. Dr. Volker Großkopf

Ziel ist es, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern Haltung zu fördern – für eine Pflege, die Schutz bietet.

Sie haben fachliche Fragen? Dann schreiben Sie einfach an support@supernurse.eu. Unsere pflegewissenschaftliches Redaktionsteam antwortet Ihnen gerne.

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