Pflegefachthemen

Demenz

Demenz zählt zu denhäufigsten neurodegenerativen Erkrankungen im höheren Lebensalter und stelltPflegefachpersonen vor besondere fachliche und zwischenmenschlicheAnforderungen. Kennzeichnend ist ein fortschreitender Verlust kognitiverFähigkeiten – etwa von Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Urteilsvermögen –,der zunehmend auch die Fähigkeit zur eigenständigen Alltagsbewältigung und zurfreien Willensbildung einschränkt. Unterschiedliche Demenzformen wie dieAlzheimer-Demenz, die vaskuläre Demenz oder die frontotemporale Demenz weisen jeweilseigene Verläufe, Symptome und Therapieansätze auf. Die Versorgung von Menschenmit Demenz erfordert deshalb ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegendenneurologischen Vorgänge ebenso wie das Wissen über rechtliche Rahmenbedingungenwie gesetzliche Betreuung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Pflegefachpersonenbenötigen für die Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen einbreites Kompetenzspektrum: von medizinischem Grundlagenwissen wie Anatomie undPhysiologie des Nervensystems über diagnostische und therapeutische Verfahrenbis hin zu spezifischen kommunikativen und pflegerischen Fertigkeiten. Einewertschätzende, biografieorientierte Kommunikation mit der Person mit Demenzund der sichere Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen sind notwendige Kompetenzen.Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, rechtliche und ethische Fragestellungen –etwa zur Einwilligungsfähigkeit oder zu freiheitsbeschränkenden Maßnahmen –sicher einzuordnen und die Betroffenen und ihre Angehörigen entsprechend zuberaten.

Die Lernwelt SuperNurse deckt folgende Themenschwerpunkte in dem Fachthema Demenz ab:

Einführung:

Dieses Kapitel führt in die Grundlagen der Demenzerkrankungen ein: Es klärt zentrale Begriffe, vermittelt aktuelle Zahlen, Daten und Fakten und stellt die wichtigsten Demenzformen vor. Ein umfangreicher Schwerpunkt liegt auf den rechtlichen Grundlagen bei Demenzerkrankungen, darunter das Recht auf Selbstbestimmung, Aufklärung und Einwilligung sowie die Prüfung derEinwilligungsfähigkeit anhand festgelegter Kriterien. Ergänzend werden Verfügungen wie Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Advanced Care Planning erläutert, die Teilnahme am Straßenverkehr und die Prüfung der Fahreignung behandelt sowie freiheitsbeschränkende Maßnahmen samt ihrer rechtlichenVoraussetzungen eingeordnet. Abschließend grenzt das Kapitel Demenz von verwandten Krankheitsbildern wie Delir, leichter kognitiver Störung undDepression ab.

Anatomie und Physiologie des Nervensystems:

NeurologischenGrundlagen sind für das Verständnis von Demenzerkrankungen notwendig. DiesesKapitel behandelt den Aufbau und die Einteilung des Nervensystems, die Anatomie der Nerven sowie das zentrale Nervensystem mit Gehirn und Rückenmark und das periphere, vegetative und somatische Nervensystem. Darüber hinaus werden dieSteuerung der Willkürmotorik und die Sensibilität erläutert. Besonders hervorgehoben w erden die Funktionen, die bei einer Demenz zunehmend beeinträchtigt werden. Dieses physiologische Grundlagenwissen bildet die Basis, um Symptome und Verlauf einer Demenzerkrankung im weiteren Verlauf desFachthemas einordnen zu können.

Ursachen, Risikofaktoren,Verlauf, Prognose:

In diesem Kapitel wird eingeordnet, welche Ursachen einer Demenz zugrunde liegen können und welcheRisikofaktoren ihre Entstehung begünstigen. Es beschreibt den typischen Verlauf der Erkrankung über verschiedene Stadien hinweg sowie die Prognose, die je nach Demenzform und individuellen Faktoren unterschiedlich ausfallen kann. Damit schafft das Kapitel die Grundlage, um die im nächsten Kapitel behandelten Symptome sowie diagnostische und therapeutische Entscheidungen im Versorgungsverlauf besser einzuordnen.

Symptome:

Dieses Kapitel stellt die vielfältigen Symptome einer Demenzerkrankung vor: von allgemeinen Symptomen über kognitive Störungen bis zu Verhaltensstörungen, die sich im Krankheitsverlauf zeigen können. Ergänzend werden formspezifische Symptome behandelt, die je nach vorliegender Demenzform (beispielsweise der zunehmende Verlust von Charaktereigenschaften einer Person bei frontotemporaler Demenz)unterschiedlich ausgeprägt sind. Dieses Wissen ist Voraussetzung, umVeränderungen bei Personen mit Demenz frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Diagnostik:

Bevor die Behandlung beginnen kann, muss eine Demenzerkrankung diagnostiziert werden. In diesemKapitel werden die Anamnese, die klinisch-neurologische Diagnostik sowie apparative und bildgebende Diagnostikverfahren behandelt und erläutert zu welchen Zwecken diese eingesetzt werden können. Ergänzend wird die krankheitsspezifische Diagnostik vorgestellt, mit der einzelne Demenzformen voneinander abgegrenzt werden können. Das Kapitel gibt einen Überblick, wie eindiagnostischer Prozess strukturiert abläuft und welchen Beitrag Pflegefachpersonen dabei, etwa durch sorgfältige Beobachtung und Dokumentation, leisten können.

Therapie:

Es gibt verschiedenetherapeutische Möglichkeiten bei Demenzerkrankungen. Neben der Therapie im Allgemeinen und krankheitsspezifischen Therapieansätzen werden an dieser Stelle medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Verfahren beleuchtet, wie z. B. kognitiveTherapieverfahren, um die Wahrnehmung und das Gedächtnis möglichst lange zu erhalten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Schmerzmanagement, welches beiMenschen mit Demenz aufgrund eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit besondereAufmerksamkeit erfordert.

Pflegerisches Arbeiten mitMenschen mit Demenz und ihren Angehörigen:

Dieses umfangreiche Kapitel überträgt das gelernte Wissen in die pflegerische Praxis. Es behandelt allgemeine Hinweise, eine demenz sensible Kommunikation mit Biographiearbeit sowie die Gestaltung des Alltags und psychosoziale Therapieansätze. Konzepte wie die Basale Stimulation und dieFörderung der Selbstwahrnehmung werden ebenso vorgestellt wie konkretePflegemaßnahmen und der Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen. Darüberhinaus werden Versorgungsstrukturen und Wohnformen, die die besondere Situation von Menschen mit Demenz im Krankenhaus sowie die palliative Versorgung behandeln, aufgezeigt. Abschließend rücken vor Allem die Belastungen für pflegendeAngehörige, passende Entlastungsangebote, die Edukation von Betroffenen undAngehörigen sowie Präventionsmöglichkeiten in den Fokus.

Über den/die Autor/en

SuperNurse Autorin Franziska Cordes
Franziska Cordes
Pflegepädagogin, Master of Science in Versorgungsforschung und -gestaltung
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Pflegewissenschaftliche Redaktion SuperNurse
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