Pflegefachthemen

Positionierungs- und Bewegungsunterstützung

Bewegungseinschränkungen gehören zu den häufigsten Herausforderungen im Pflegealltag: Ob nach einem Schlaganfall, bei Morbus Parkinson, im Rahmen einer Erkrankung oder schlicht durch längere Bettlägerigkeit – wird ein Mensch in seiner Eigenbewegung eingeschränkt, drohen weitreichende Folgen wie Dekubitus, Kontrakturen, Thrombosen, Pneumonien oder ein Verlust der Körperwahrnehmung. Positionierung – oder treffender: Positionsunterstützung – bezeichnet die pflegerische Aufgabe, Menschen so in ihrer Position zu begleiten, dass ihre Eigenaktivität möglichst erhalten bleibt, statt sie passiv zu lagern. Damit ist Positionsunterstützung weit mehr als das bloße Ablegen eines Menschen in eine bestimmte Haltung: Sie ist zugleich immer auch Bewegungsunterstützung.

Um Menschen fachgerecht in ihrer Position zu unterstützen, benötigen Pflegefachpersonen fundiertes Wissen über die menschliche Bewegung sowie praktische Handlungssicherheit in unterschiedlichsten Situationen. Dazu gehört die Kenntnis bewegungsorientierter Konzepte wie Kinästhetik, Bobath und Basale Stimulation ebenso wie das sichere Beherrschen einzelner Positionierungsformen von der 30°-Position bis zur Herzbettlage. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, Mobilisation im Bett, Transfers sowie das Aufstehen und Gehen aktivierend statt passiv zu gestalten – und die Unterstützung individuell an spezifische Krankheitsbilder wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Adipositas anzupassen.

Die Lern-App SuperNurse deckt folgende Themenschwerpunkte in dem Fachthema Positionierungs- und Bewegungsunterstützung ab:

Einführung:

Dieses Kapitel vermittelt die anatomischen, physiologischen und pflegewissenschaftlichen Grundlagen rund um Bewegung und Mobilität. Es zeigt, welche Bedeutung Bewegung für Körper und Geist hat und welche Folgen Bewegungsmangel und Bettlägerigkeit nach sich ziehen können. Begriffe wie Körperschema, Körperwahrnehmung, Körperbild sowie Schon- und Fehlhaltungen werden verständlich erklärt. Darauf aufbauend wird deutlich, warum das Initiieren von Bewegung und die Unterstützung der Mobilisation zentrale pflegerische Aufgaben sind, mit dem Ziel, Selbstständigkeit zu erhalten und Folgeschäden vorzubeugen. Abschließend werden die einschlägigen Expertenstandards des DNQP vorgestellt, insbesondere „Erhaltung und Förderung der Mobilität in der Pflege" und „Dekubitusprophylaxe in der Pflege“.

Bewegungsorientierte Konzepte in der Pflege:

Dieses Kapitel stellt die drei zentralen bewegungsorientierten Konzepte der Pflege vor. Das Kinästhetik-Konzept vermittelt, wie menschliche Bewegung durch das Zusammenspiel von Wahrnehmung, Bewegungssystem und Umgebung entsteht, und zeigt anhand seiner sechs Teilkonzepte – etwa Interaktion, funktionale Anatomie oder Umgebung –, wie Pflegefachpersonen Eigenbewegung gezielt fördern können, statt zu heben und zu tragen. Das Bobath-Konzept richtet sich insbesondere an Menschen mit Schädigungen des zentralen Nervensystems und folgt dem Prinzip „Stabilität vor Mobilität", um verlorene Bewegungsfähigkeiten wiederzuerlangen. Die Basale Stimulation schließlich rückt Berührung als primäre Kommunikationsform in den Mittelpunkt und zeigt, wie Körperwahrnehmung und Orientierung bei schwer beeinträchtigten Menschen erhalten oder wiederhergestellt werden können.

Positionsunterstützung:

Dieses Kapitel vermittelt die Grundprinzipien der Positionsunterstützung im Pflegealltag und grenzt die Begriffe „Lagerung", „Positionierung" und „Positionsunterstützung" voneinander ab. Im Zentrum steht die praxisnahe Vorstellung zahlreicher Positionierungsformen, von der 30°-Position und der 90°-Seitenlage über die Herzbettlage und Schocklage bis zur stabilen Seitenlage und Nestlage, jeweils mit ihren Indikationen und der praktischen Umsetzung. Abschließend wird aufgezeigt, welchen Einfluss die gewählte Position auf zentrale Aktivitäten des täglichen Lebens hat – etwa auf Atmung, Ruhen und Schlafen, Ausscheidung, Körpertemperatur sowie soziale Teilhabe – und wie Positionsunterstützung diese Aktivitäten gezielt fördern kann.

Mobilisationsunterstützung:

Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Durchführung von Mobilisationsmaßnahmen. Es zeigt, wie Menschen im Bett gewebeschonend und rückenfreundlich über Rotation oder Gleiten bewegt werden können, anstatt  unphysiologisch im Bett hochzurutschen. Darüber hinaus werden verschiedene Transferarten – vom hohen über den tiefen bis zum aktivierenden Transfer vom Bett in den Stuhl – sowie eine ergonomische Sitzposition behandelt. Abschließend werden die Unterstützung beim Stehen und Gehen sowie die notwendigen Vorbereitungen thematisiert: von der Kreislaufaktivierung über das Erkennen eines drohenden Kreislaufkollaps bis zum sicheren Verhalten bei drohendem Sturz.

Positions- und Bewegungsunterstützung bei spezifischen Erkrankungen:

Dieses Kapitel überträgt die zuvor erlernten Grundlagen auf drei besonders relevante Krankheitsbilder. Bei Menschen nach einem Schlaganfall liegt der Schwerpunkt auf dem Schutz der gelähmten Schulter, dem korrekten Transfer zur weniger betroffenen Seite sowie der Anwendung des Bobath-Konzepts. Bei Morbus Parkinson werden das typische Gangbild, die erhöhte Sturzgefahr sowie geeignete Trainingsformen behandelt. Bei Menschen mit Übergewicht schließlich stehen der Arbeitsschutz des Pflegepersonals sowie eine an das veränderte Verhältnis von Zeit, Raum und Anstrengung angepasste, kinästhetisch fundierte Positionsunterstützung im Mittelpunkt.

Hilfsmittel:

Dieses Kapitel gibt einen praxisnahen Überblick über Hilfsmittel zur Positions- und Bewegungsunterstützung. Es zeigt, wie ein geeignetes Hilfsmittel ausgewählt und erprobt wird, und ordnet die Beratung dazu als pflegerische Aufgabe ein, unter anderem mit Bezug auf das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands und die Produktgruppen „Hilfsmittel gegen Dekubitus" und „Lagerungshilfen". Einen Schwerpunkt bildet das Pflegebett als wichtigster Arbeitsplatz von Pflegefachpersonen, mit seinen Basisfunktionen, dem passenden Zubehör sowie der Auswahl geeigneter Matratzen, etwa Weichlagerungs- und Wechseldruckmatratzen zur Dekubitusprophylaxe. Ergänzend werden kleine Hilfsmittel wie Kissen, Keile und Handtücher zur Positionsunterstützung vorgestellt, Hilfsmittel für den Transfer wie Rutschbrett und Patientenlifter sowie der Rollstuhl und verschiedene Gehhilfen von Gehstock bis Rollator.

Gesundheitsschonendes Arbeiten in der Pflege:

Dieses Kapitel widmet sich dem Schutz der eigenen Gesundheit im Pflegealltag. Es zeigt, warum das Bewegen von Menschen eine besonders hohe physische Belastung darstellt und sich grundlegend vom Bewegen von Gegenständen unterscheidet. Im Zentrum stehen die rechtlichen Grundlagen: Die Lastenhandhabungsverordnung benennt Gewichtsgrenzen für das manuelle Heben und Tragen, die Gefährdungsbeurteilung erfasst Häufigkeit, Gewicht, Körperhaltung und Bedingungen der Lastenhandhabung, und nach § 5 der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) ist Beschäftigten bei entsprechender körperlicher Belastung eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten. Arbeitgebende sind verpflichtet, Belastungen zu analysieren und durch technische, organisatorische und personenbezogene Maßnahmen zu minimieren. Abschließend vermittelt das Kapitel, wie Pflegefachpersonen individuelle Belastungen durch eine ergonomische Arbeitsweise, richtige Körperhaltung, geeignete Kleidung und Schuhe sowie durch Selbstfürsorge verringern können.

Über den/die Autor/en

pflegewissenschaftliche Autorin Sophie Strauß
Sophie Strauß
Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegewissenschaftlerin (B.Sc.) und Gesundheits- und Pflegepädagogin (M.A.)
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Pflegewissenschaftliche Redaktion SuperNurse
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