Sepsis
Sepsis ist eine lebensbedrohliche Organdysfunktion, die durch eine überschießende, fehlregulierte Reaktion des Körpers auf eine Infektion entsteht. Sie zählt zu den häufigsten Todesursachen in Krankenhäusern weltweit. Da sich eine Sepsis oft rasch und mit unspezifischen Anzeichen entwickelt, entscheidet die frühzeitige Erkennung maßgeblich über den weiteren Verlauf und die Prognose der Betroffenen. Neben der Kenntnis von Ursachen, Entstehung und typischen klinischen Anzeichen ist daher ein strukturiertes Vorgehen bei Diagnostik und Therapie – von der Ausschaltung des Infektionsherdes über die Stabilisierung der Herz-Kreislauffunktion bis zur Behandlung von Organfunktionsstörungen – für den Behandlungserfolg entscheidend.
Pflegefachpersonen kommt bei der Sepsis eine Schlüsselrolle zu: Sie sind häufig die Ersten, die Veränderungen im Zustand eines Menschen bemerken, und tragen durch ein zuverlässiges Sepsis-Screening wesentlich zur Früherkennung bei. Darüber hinaus benötigen sie Wissen über Präventionsmaßnahmen, um Infektionen und deren Ausbreitung zu vermeiden, sowie praktische Handlungssicherheit in der Pflege von Menschen mit Sepsis und septischem Schock bis hin zu intensivpflegerischen Aspekten. Ebenso wichtig ist die einfühlsame Begleitung Betroffener und ihrer Angehörigen, das Wissen um mögliche Langzeitfolgen sowie eine gut vorbereitete Entlassung und Anschlussbehandlung.
Die Lern-App SuperNurse deckt folgende Themenschwerpunkte in dem Fachthema Sepsis ab:
Grundlagen:
Zu Beginn werden die grundlegenden Zusammenhänge der Sepsis vermittelt. Dazu gehören zentrale Definitionen, epidemiologische und gesundheitsökonomische Aspekte sowie Ursachen, Entstehung und Verlauf der Erkrankung. In Deutschland erkranken jährlich etwa 230.000 Menschen an einer Sepsis, rund 85.000 Betroffene versterben daran. Weltweit sind es etwa 11 Millionen Todesfälle pro Jahr, was die hohe gesellschaftliche und gesundheitsökonomische Bedeutung der Erkrankung verdeutlicht. Ergänzend werden die klinischen Anzeichen sowie mögliche Komplikationen betrachtet. Diese Grundlagen bilden die Basis für die anschließenden Inhalte zu Früherkennung, Diagnostik und Therapie.
Früherkennung und Diagnostik:
Hier steht die frühzeitige Erkennung einer Sepsis im Mittelpunkt. Die schnelle Identifizierung betroffener Personen ist von besonderer Bedeutung, da eine unverzügliche Therapie die Überlebenschancen deutlich verbessern und Folgeschäden reduzieren kann. Behandelt werden die klinische Ersteinschätzung sowie das strukturierte Sepsis-Screening. Dabei wird in den SOFA-Score und den modifizierten qSOFA-Score eingeführt, die eine strukturierte Beurteilung relevanter klinischer Veränderungen unterstützen. Darüber hinaus werden die Erregeridentifikation und Fokussuche sowie relevante Laborparameter und Biomarker vorgestellt, die zur weiteren diagnostischen Einschätzung beitragen.
Therapie:
Dieses Kapitel stellt die zentralen Therapiebausteine bei einer Sepsis vor: die Ausschaltung des Infektionsherdes, die Aufrechterhaltung der Herz-Kreislauffunktion und des Gasaustauschs sowie die Behandlung von Organfunktionsstörungen. Damit vermittelt das Kapitel, wie eine rasche und koordinierte Therapie den Verlauf einer Sepsis positiv beeinflussen kann.
Präventionsmaßnahmen:
In diesem Kapitel richtet sich der Blick auf die Prävention einer Sepsis. Anhand verschiedener praxisnaher Fallbeispiele werden umfassende Maßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen und damit zur Reduktion des Sepsisrisikos betrachtet. Neben persönlichen und ärztlichen Präventionsmaßnahmen werden unter anderem Empfehlungen der WHO und STIKO sowie Vorgaben und Empfehlungen der KRINKO zu Hygiene und Infektionsprävention aufgegriffen. Dadurch wird Prävention aus unterschiedlichen Perspektiven – vom individuellen Verhalten bis hin zu strukturierten Hygienemaßnahmen in stationären Einrichtungen – betrachtet.
Pflegerische Aspekte:
Dieses umfangreiche Kapitel überträgt das Wissen gezielt in die pflegerische Praxis. Pflegefachpersonen erfahren, welche häufigen Ursachen und Risikogruppen einer Sepsis sie kennen sollten und worauf es bei der Prävention und frühzeitigen Erkennung besonders ankommt. Es werden unter anderem praxisnah die Pflege eines ZVK und eines Harnblasenkatheters sowie das Erkennen von Entzündungszeichen an Wunden aufgegriffen. Darüber hinaus werden konkrete behandlungspflegerische Maßnahmen im Rahmen der Diagnostik dargestellt, beispielsweise die fachgerechte Entnahme von Blutkulturen und Mittelstrahlurin. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die pflegerische Versorgung von Menschen mit Sepsis und septischem Schock sowie zentrale intensivpflegerische Aspekte bei besonders kritischen Krankheitsverläufen.
Begleitung Betroffener und Langzeitfolgen:
Dieses Kapitel widmet sich der Begleitung von Betroffenen und ihren Angehörigen während und nach einer Sepsiserkrankung. Es vermittelt, worauf bei der einfühlsamen Begleitung Betroffener sowie Angehöriger zu achten ist, und stellt mögliche Langzeitfolgen einer Sepsis vor, die die Betroffenen auch nach überstandener Erkrankung noch begleiten können.
Entlassung und Anschlussbehandlung:
Nun richtet sich der Blick auf die Zeit nach einer Sepsiserkrankung. Thematisiert werden das Entlassmanagement, die Anschlussversorgung und mögliche langfristige Folgen einer Sepsis. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Post-Intensive Care Syndrome (PICS) mit möglichen körperlichen, kognitiven und psychischen Beeinträchtigungen sowie auf geeigneten ergo-, physio- und psychotherapeutischen Unterstützungsangeboten. Darüber hinaus werden Handlungsempfehlungen für die hausärztliche Nachsorge, Selbsthilfeangebote und die Bedeutung eines strukturierten Entlassmanagements nach § 39 Abs. 1a SGB V aufgegriffen. Auch Intensivtagebücher werden als Möglichkeit vorgestellt, Betroffene bei der Verarbeitung eines Intensivaufenthalts und bestehender Erinnerungslücken zu unterstützen.

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